Im Herzen von Islay, direkt am Loch Indaal, liegt die älteste lizenzierte Destillerie der Insel. Seit 1779 wird hier Whisky gebrannt – gegründet von Farmer David Simson. Die Marke trägt den Namen ihrer Heimatstadt, der Inselhauptstadt Bowmore. Neben der schottischen Fahne weht am Eingangstor auch die japanische, denn heute gehört Bowmore zum globalen Konzern Beam Suntory. Der Qualität tut das keinen Abbruch – im Gegenteil: Japan hat mit Marken wie Auchentoshan längst bewiesen, dass es ein tiefes Verständnis für exzellenten Whisky besitzt.
Bowmore Whisky: Ein harmonischer Mittelweg
Bowmore steht auch geschmacklich für eine ausgewogene Balance. Mit seinem mittleren Phenolgehalt liegt er genau zwischen den torfigen Schwergewichten der Südküste und den milderen Sorten des Nordens. Viele sehen ihn als den perfekten Einsteiger-Whisky für Islay-Malts, während andere gerade seinen markanten Rauch betonen.
Sein Charakter entsteht durch eine besondere Herstellungsweise: Der Torf wird zu Briketts gepresst, wodurch das Raucharoma während des Mälzens intensiviert wird. Gleichzeitig reduziert dieses Verfahren den Torfverbrauch um bis zu 75 %. Nachhaltigkeit spielt bei Bowmore eine große Rolle – ein Beispiel ist das alte Lagerhaus, das heute als Schwimmbad dient und mit Abwärme aus der Destillerie beheizt wird.
Bowmore Whisky: Ein facettenreicher Genuss
Bowmore überzeugt durch seine außergewöhnliche Komplexität. Das Wasser, das für die Destillation verwendet wird, durchläuft verschiedenste Gesteinsschichten und nimmt dabei einzigartige Aromen auf.
Ein weiterer Einflussfaktor ist die Umgebung: Als einzige Islay-Brennerei ist Bowmore direkt dem rauen Westwind ausgesetzt. Die salzige Meeresluft durchdringt die Lagerhäuser und hinterlässt feine Sole-Noten im Whisky. Das macht ihn unverwechselbar – und für Kenner wie Einsteiger gleichermaßen spannend.